2026-09-20 - Hotel Edelweiß - Zillertal

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Manchmal entstehen Urlaubspläne ganz spontan. Eines Morgens saßen wir beim Frühstück und stellten fest, dass es noch fast vier Monate dauern würde, bis unser nächster Urlaub anstand. Das war uns eindeutig zu lange. Also nahmen wir unseren Terminkalender zur Hand und suchten nach einer Lücke von sieben bis zehn Tagen – möglichst genau in der Mitte dieser langen Zeit. Die Woche ab dem 20. September passte perfekt. Damit war klar: Wir wollten noch einmal weg.

Nun fehlte nur noch das passende Reiseziel. Da nach Gittas Knie-OP ein Wanderurlaub nicht infrage kam, war schnell entschieden, dass unsere E-Bikes mitkommen sollten. Und damit rückte ein Ziel ganz automatisch in den Mittelpunkt: das Zillertal.

In den vergangenen Jahren hatten wir schon mehrfach festgestellt, dass das Zillertal für einen einwöchigen Urlaub mit dem E-Bike nahezu ideal ist. Die rund 600 Kilometer Anreise sind überschaubar, das Radwegenetz ist hervorragend ausgebaut und die vielen schönen Orte bieten reichlich Möglichkeiten für abwechslungsreiche Touren. Für uns waren das die besten Voraussetzungen für ein paar erholsame und zugleich aktive Tage.

Auch die Suche nach einer passenden Unterkunft dauerte nicht lange. Schon bald fiel unsere Wahl auf das Hotel Edelweiß in Fügen. Die Beschreibung klang vielversprechend, die Bewertungen waren ausgezeichnet und auch der Preis passte. Damit stand unser Ziel fest: Es ging wieder einmal ins Zillertal.

Das Hotel Edelweiß ist ein kleines, gemütliches Haus im typischen Tiroler Stil mit gerade einmal zwölf Zimmern. Jedes Zimmer verfügt über einen Balkon mit einem herrlichen Blick ins Zillertal. Schon bei unserer Ankunft merkten wir schnell, dass wir mit unserer Wahl richtiggelegen hatten.

Zum Hotel gehört ein kleines und gemütliches Restaurant, in dem regionale Schmankerl und traditionelle österreichische Gerichte serviert werden. Hotelgäste können zwischen einer dreigängigen Halbpension und Gerichten aus der Speisekarte wählen. Wir entschieden uns, wie wohl die meisten Gäste, für die Halbpension und sollten diese Entscheidung während unseres Aufenthalts nicht bereuen.

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Gleich für den ersten Tag nach unserer Ankunft sagte Wetter.com einen trüben, bewölkten und möglicherweise auch etwas regnerischen Tag voraus. Für eine Fahrradtour waren das nicht gerade die besten Aussichten. Deshalb entschieden wir uns kurzerhand für einen Ausflug nach Innsbruck und einen ausgiebigen Stadtbummel. Dabei waren wir überrascht, wie viele Sehenswürdigkeiten allein die Innsbrucker Altstadt zu bieten hat.

Der Einfachheit halber parkten wir im Altstadt-Parkhaus und konnten von dort direkt zu Fuß losziehen. Gleich gegenüber dem Parkhausausgang, direkt am Inn, befindet sich die alte Markthalle. Morgens gegen 10 Uhr war hier allerdings noch nicht allzu viel los. Für uns stand deshalb schnell fest: Zur Mittagszeit kommen wir noch einmal zurück, wenn in der Markthalle richtig Betrieb herrscht.

Auf unserem Weg durch die Altstadt fiel uns sofort die große Zahl wunderschöner historischer Häuser auf. Viele Fassaden sind liebevoll bemalt oder mit aufwendigen Stuckarbeiten verziert. Es lohnt sich deshalb, beim Bummel durch die Straßen und Gassen immer wieder einmal den Blick nach oben zu richten.

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Ein besonderes Highlight war für uns die Kaiserliche Hofkirche. Sie gilt als eines der bedeutendsten Kunstdenkmäler Tirols und gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Innsbrucks. Schon der Zugang über den Kreuzgang ist sehenswert. Eine Multimediashow vermittelt dort einen interessanten Einblick in die Zeit Kaiser Maximilians I. und seinen Aufstieg zu einem der bedeutendsten Herrscher seiner Epoche.

Im Inneren der Hofkirche steht das imposante Grabdenkmal Kaiser Maximilians I. Obwohl es den Mittelpunkt der Kirche bildet, wurde Maximilian hier nie beigesetzt. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Burg von Wiener Neustadt, seinem Geburtsort. Das monumentale Grabmal in Innsbruck erinnert dennoch bis heute an ihn.

Besonders beeindruckend sind die 28 überlebensgroßen Bronzefiguren, die das Grabmal umgeben. Sie stellen Verwandte, Vorfahren und historische Persönlichkeiten dar und verleihen dem ohnehin beeindruckenden Kirchenraum eine ganz besondere Atmosphäre. Für uns war die Hofkirche eine der großen Überraschungen unseres Tages in Innsbruck.

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Die nächsten Tage zeigte sich das Zillertal dann von seiner schönsten Seite: strahlender Sonnenschein von morgens bis abends. Also nichts wie rauf auf die E-Bikes und los!

Insgesamt unternahmen wir drei größere Radtouren. Eine führte uns talabwärts in Richtung Inntal, eine weitere nach Mayrhofen und die dritte zum Museumsfriedhof nach Kramsach. Dabei konnten wir wieder einmal die herrliche Landschaft und das hervorragend ausgebaute Radwegenetz des Zillertals genießen.

Da sich die Eindrücke unserer Radtouren ähnelten, habe ich die schönsten Fotos der verschiedenen Touren zusammengefasst und nicht jeder Tour ein eigenes Kapitel gewidmet. Eine Ausnahme bildet allerdings der Museumsfriedhof in Kramsach. Dieser ungewöhnliche Ort war so interessant und besonders, dass er ein eigenes Kapitel verdient hat.

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Ein etwas ungewöhnliches Ziel unserer Radtour war der Museumsfriedhof in Kramsach. Dabei handelt es sich nicht um einen Friedhof im eigentlichen Sinne, denn Gräber gibt es hier keine. Vielmehr ist es ein privates Freilichtmuseum mit historischen Grabkreuzen aus dem Alpenraum.

Gegründet wurde der Museumsfriedhof 1965 von dem Kunstschmied und Steinmetz Hans Guggenberger. Schon sein Vater hatte alte Grabkreuze aus aufgelösten Familiengräbern gesammelt, um die teilweise sehr kunstvolle Schmiedearbeit für die Nachwelt zu erhalten. Im Laufe der Jahre kamen mehr als 900 Grabkreuze zusammen, von denen einige auf dem Museumsgelände ausgestellt sind. Die meisten stammen aus Tirol und Bayern und wurden im 18. und 19. Jahrhundert gefertigt.

Das eigentlich Besondere sind jedoch die Inschriften auf den Kreuzen. Sie erzählen auf erstaunlich direkte, manchmal makabere und häufig ausgesprochen humorvolle Weise vom Leben und Sterben der Verstorbenen. Dabei wird weder mit der Todesursache noch mit den kleinen und größeren Schwächen der Verstorbenen hinter dem Berg gehalten. Manche dieser Inschriften bezeichnet Guggenberger treffend als die „kürzesten Lebensläufe, die man sich vorstellen kann“.

Beim Rundgang kommt man deshalb immer wieder ins Schmunzeln und fragt sich manchmal, ob so etwas tatsächlich einmal auf einem echten Grabkreuz gestanden haben kann. Doch genau das macht den besonderen Reiz dieses Museums aus: Bei den ausgestellten Kreuzen und Marterln handelt es sich tatsächlich um historische Originale.

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Die Kristallwelten wurden 1995 anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums eröffnet. Der österreichische Künstler André Heller entwickelte dafür eine außergewöhnliche Erlebniswelt, in der sich Kunst, Kristall und Fantasie miteinander verbinden.

Schon von außen fällt der riesige, mit Gras bewachsene Kopf ins Auge, aus dessen Mund ein Wasserfall sprudelt. Im Inneren dieses „Riesen“ verbergen sich 18 unterirdische Wunderkammern. Künstler, Designer und Architekten aus aller Welt haben sich hier auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Thema Kristall beschäftigt. Vorbild waren die historischen Kunst- und Wunderkammern der Adelshäuser aus dem 16. Jahrhundert.

So entstanden Räume, die mal geheimnisvoll, mal farbenprächtig und manchmal auch etwas außergewöhnlich wirken. Natürlich darf bei Swarovski auch die Möglichkeit zum Einkaufen nicht fehlen. Ergänzt wird das Ganze durch einen weitläufigen Park und gastronomische Angebote.

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Ursprünglich wollten wir an unserem letzten Urlaubstag noch einmal mit dem Fahrrad nach Mayrhofen fahren. Doch irgendwie siegte an diesem Morgen unsere Bequemlichkeit und so entschieden wir uns kurzerhand für das Auto.

Schon lange vor Mayrhofen machten zahlreiche Plakate auf einen Bauern- und Musikmarkt aufmerksam, der ausgerechnet an diesem Tag stattfinden sollte. Also wieder einmal Glück gehabt!

Als wir gegen 10 Uhr in Mayrhofen ankamen, herrschte bereits reger Betrieb. Bei strahlendem Sonnenschein hatten viele Geschäfte ihre Waren und Angebote vor den Läden aufgebaut. An verschiedenen Stellen spielten Musikgruppen live und mitten im Ort war ein kleiner Marktplatz mit zahlreichen Ständen entstanden. Überall war etwas los und entsprechend viele Besucher waren unterwegs.

Plötzlich hörten wir mitten im Ort das immer lauter werdende Läuten von Kuhglocken. Kurz darauf wussten wir auch warum: Der Almabtrieb der ortsansässigen Bauern führte direkt über die Hauptstraße durch Mayrhofen. Vorbei an zahlreichen begeistert fotografierenden Touristen zogen die Kühe, teilweise festlich geschmückt, mit erstaunlicher Gelassenheit durch den Ort zurück in ihre heimischen Ställe.

So wurde aus unserem eigentlich recht bequem geplanten letzten Urlaubstag ganz unerwartet noch einmal ein besonderes Erlebnis.

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